Inspirierend: 95 Thesen für Kopf und Bauch von Slow Food und Misereor

95 ThesenUnser globales Ernährungssystem ist reformbedürftig. Deshalb haben Slow Food und Misereor nach dem Vorbild von Martin Luther 95 Thesen an die „Kirchentür der Gesellschaft" geschlagen. Sie möchten damit unser Ernährungssystem auf Enkeltauglichkeit trimmen und dazu beitragen, dass Erde, Tiere und Pflanzen pfleglicher behandelt werden. Das kann ich nur unterstützen. Eine kleine Auswahl aus den 95 Thesen (Zitate):

2 Die Erde ist der einzige Planet, auf dem Leben nachgewiesen werden kann, wir haben also keinen „Notausgang".

4 Die Erde könnte uns theoretisch noch 500 Millionen Jahre lang als Heimat dienen und uns gut bewirten, wenn wir uns „um unser gemeinsames Haus sorgen" (Papst Franziskus)

9 Wasser versteckt sich im Einkaufskorb, ein Kilo Rindfleisch aus industrieller „High-Protein" Bullenmast „enthält" 15.500 Liter, das zu seiner Erzeugung nötig ist. Zur Herstellung von 1000 Nahrungskalorien aus Getreide wird ein halber Kubikmeter Wasser verbraucht, für 1000 Fleischkalorien aus Massenhaltung im Durchschnitt vier Kubikmeter, achtmal so viel.

11 „Plastik bei die Fische": In einem einzigen Jahr landen 10 bis 13 Millionen Tonnen Plastik in den Ozeanen; Deutschland ist Spitze mit dem höchsten Verbrauch in Deutschland.

18 Mehl wächst nicht im Supermarkt, 95 Prozent unserer Nahrungsmittel werden auf Böden erzeugt.

21 Deutschland muss sparen – Fläche sparen: Bei uns wird täglich eine Fläche von mehr als 70 Fußballplätzen überbaut, asphaltiert, betoniert, gepflastert.

24 Die Landkonzentration nimmt zu, die Hälfte des europäischen Agrarlands gehört drei Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe; wenige besitzen immer mehr.

26 Mehr als 40 Prozent aller Treibhaus-Emissionen hängen mit unserer Nahrungsmittelproduktion zusammen, berücksichtigt man nicht nur Anbau und Tierhaltung, sondern auch internationalen Handel, Verarbeitung, Transport, Kühlung, Erhitzung, Zubereitung und Entsorgung von Lebensmitteln.

41 80 Prozent der Nutzpflanzen sind auf die Bestäubung von Bienen und anderen Insekten angewiesen. Bestäuber sind der Airbag der Landwirtschaft, ihre wirtschaftliche Dienstleistung für Europa wird auf 22 Milliarden Euro jährlich geschätzt; warum bringen wir sie um?

42 Unsere Kochtöpfe leiden an genetischer Verarmung: 30.000 Pflanzen sind essbar, von nur 30 ernährt sich heute die Weltbevölkerung.

54 Bio-Fleisch ist fast überall verfügbar, aber die Leute kaufen es nicht; der Bio-Anteil am Schweinefleischverbrauch dümpelt knapp unter einem Prozent.

56 Magen oder Motor: Wir zahlen anstandslos 20 Euro für ein gutes Motoröl, aber nur 2,99 Euro für ein gutes Speiseöl.

60 Wenn Milch billiger ist als Mineralwasser und Leberwurst billiger als Hundefutter, dann ist ein Lebensmittelsystem aus den Fugen geraten.

66 Im Laufe eines 80-jährigen Lebens isst der Mensch etwa 120.000-mal. Inklusive Zubereitung entspricht das 10 Jahren seines Lebens; machen wir daraus zehn schöne Jahre, ...

67 Die Guten ins Töpfchen: Wer selber kocht, entwickelt Kompetenz und einen Blick für Qualität.

68 Essen ist politisch: Mit Messer und Gabel stimmen wir dreimal täglich auch ein wenig über die Zukunft der Welt ab.

69 Veganer, Vegetarier, Karnivoren (Fleischesser) – Ernährungsfanatismus greift um sich wie eine ansteckende Krankheit. Statt Stellungskrieg im Suppentopf brauchen wir Toleranz und friedliche Koexistenz; und gemeinsame Anstrengungen für ein besseres Ernährungssystem für alle.

72 Beim guten Essen geht es nicht um Geschmacksexplosionen und Vulkanausbrüchen auf dem Teller, sondern um Qualität, Geschmack und Vielfalt bei Kartoffeln, Brot, Äpfeln, Milch, Butter, Käse, Gemüse, Fleisch und allen anderen Grundnahrungsmitteln.

73 Auch gutes Essen und Geschmack muss man lernen – erst recht, wenn der Tisch mit reichlich Geschmacksverstärkern und süß-kindischem Styling zunehmend von der Industrie gedeckt wird.

78 Staatsbankett und Kantinenversorgung, Festmahl und Arbeitsessen, Stadionbratwurst und Grillabend. Das gemeinsame Mahl ist die Grundlage menschlichen Zusammenlebens.

83 Partygäste zieht es magisch in die Küche, hier schlägt das Herz jeder Wohnung, hier ist es warm und wohlig, hier wird man satt und selig.

DruckenE-Mail

Anschrift

Dr. Maike Groeneveld
Praxis für Ernährungsberatung
Kaiserstraße 99
53113 Bonn

Telefon: 0228 / 90 91 93 71
Schreiben Sie mir eine E-Mail

Zertifikate

VDOE


daab

Öffnungszeiten

Mo. bis Fr.: 09.00 - 12.00 Uhr

Di. und Do.: 14.00 - 17.00 Uhr

Termine nach Vereinbarung.
Auf Wunsch auch gerne außerhalb der regulären Öffnungszeiten.